Früherer Präses der französischen Schwesterkirche verstorben

Wilbert Kreiss: Pfarrer, Professor, Präses und Missionar

Am 24. Oktober wurde Wilbert Kreiss aus einem aktiven Ruhestand im Dienst der Evangelisch-Lutherischen Kirche - Synode von Frankreich (EEL-SF) heimgerufen und am 5. November in Woerth christlich bestattet. Wilbert Kreiss, der vier Sprachen beherrschte, studierte Theologie am Theologischen Studienzentrum seiner Kirche bei Paris und an der Lutherischen Theologischen Hochschule in Oberursel, promovierte an der Universität von Straßburg über die Rechtfertigungslehre Johann Gerhards und wurde von den beiden Seminaren der Missouri-Synode mit drei Ehrendoktorwürden ausgezeichnet.
Als Professor hat er die Mehrzahl der heutigen Amtsträger seiner Kirche ausgebildet. Insgesamt 26 Jahre lang stand er seiner Kirche als stellvertretender Präses zeitweise auch als Präses vor. Wie Bischof Hans-Jörg Voigt (SELK) in Woerth hervorhob, hatte er stets ein waches Auge für die Vorgänge in Deutschland und in der deutschen Schwesterkirche. Als frankophoner Lutheraner leistete er einen wichtigen Beitrag auch für die kanadische lutherische Kirche.
Unzählige Gemeindemitarbeiter und Pfarrer in den beiden Kongostaaten und darüber hinaus verdanken ihm eine theologische Grundausbildung. Seine 36. Afrikareise führte ihn nach Tansania zur Vorstellung der Übersetzung des Konkordienbuches in Swahili. Auf dieser Reise entschlief er friedlich in der Nacht zum 24.10. Er hinterlässt in der Pfarrerschaft seiner Kirche, die vollzählig nach Woerth gekommen war, eine spürbare Lücke. Unter den Vertretern von fünf Schwesterkirchen waren auch Prof. i.R. Gottfried Hoffmann, der mit dem Verstorbenen über lange Wegstrecken eng verbunden war, und Daniel Schmidt, wissenschaflticher Assistent an der Lutherischen Theologischen Hochschule.

Daniel J. Schmidt, Pfr.