Sturmschäden auf Hochschulcampus

"Da waren wirklich 100 Schutzengel im Dauereinsatz", so lautete das Fazit von Trixi Reiter, Verwaltungsfachkraft an der Lutherischen Theologischen Hochschule in Oberursel, angesichts der Spuren, die der Sturm "Xynthia" auf dem Campus hinterlassen hatte. Die theologische Ausbildungsstätte der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) liegt auf ca. 400 m  über NN auf einem parkartigen Gelände am Rande des Taunus. Hierüber ging das Sturmtief am vergangenen Sonntag mit mehr als 100 Stundenkilometern hinweg und setzte dem alten Baumbestand sehr zu. Annähernd 10 entwurzelte oder abgebrochene große Bäume zählte Prof. Dr. Jorg Salzmann am Montagmorgen. Der Neutestamentler, der auch für die Grundstücksangelegenheiten zuständig ist, tauschte sein griechisches Neues Testament umgehend gegen eine Kettensäge ein, motivierte einige Studenten zur Mitarbeit und ging an die Beseitigung der Schäden. Die Hochschule, die sich wegen der Waldlage gern um den Titel "Deutschlands schönster Campus" bemüht, ist mit dem Schrecken (und seinen finanziellen Begleiterscheinungen) davongekommen: Vorlesungs- und Bibliotheksgebäude, Studentenwohnheime und Dozentenhäuser sind von den fallenden Bäumen - teils haarscharf - verfehlt worden. Lediglich der Aufsitzrasenmäher des Hausmeisters ging zu Bruch - aber da denkt man in Oberursel schon länger über eine Neuanschaffung nach.

 

So geht das Wintersemester 2009/10 an Deutschlands kleinster kirchlicher Hochschule gleichsam mit Saus und Braus zu Ende. In der vergangenen Woche hatte drei Kandidaten - Andreas Berg, Andreas Otto und Helmut Paul - erfolgreich das erste Theologische Examen abgelegt. In dieser Woche steht noch das Hebraicum an. Dann können Lernende und Lehrende in die vorlesungsfreie Zeit gehen. In der Hoffnung darauf, dass die Schäden finanziell und kräftemäßig zu bewältigen sind, freuen sich die Angehörigen der Hochschulgemeinschaft auf ihren grünen Campus in einem hoffentlich sonnigen Sommersemester.