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Theologisches Forschungskolloquium in Oberursel
Neue Einblicke in die Kirchengeschichte. Verlegerin zu Besuch
Oberursel - Am 5. und 6. Februar fand in Oberursel das regelmäßige theologische Forschungskolloquium statt, zu dem die Fakultät der Lutherischen Theologischen Hochschule (LThH) zweimal jährlich einlädt. Die Hochschule, die von der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche getragen wird, versammelt zu diesen Terminen in erster Linie Nachwuchstheologinnen und -theologen aus dem Kontext lutherischer Theologie und Kirchen um ein Forum für den Austausch über laufende Forschungsprojekte zu bieten. Dazu tragen aber auch die Mitglieder der Fakultät oder deren Emeriti aus ihrer aktuellen Arbeit vor.
Dieses Mal stand das Treffen ganz im Zeichen der Kirchengeschichte: Dr. Johannes Hund, derzeit Habilitand in Mainz und Mitarbeiter am Institut für Europäische Geschichte referierte über „Autorität und Identität. Die Bedeutung
Luthers in den nachinterimistischen Streitkreisen im Bereich der
Wittenberger Reformation". Danach schloss sich am Freitagabend ein lockerer Austausch über die je laufende Arbeit der Teilnehmer an. Am Samstag stellte dann Jacob Corzine sein laufendes Dissertationsprojekt über Franz Delitzsch und dessen Konzept einer Heilsgeschichte vor. Die Arbeit wird von Prof. Dr. Notger Slenczka an der Humboldt Universität zu Berlin betreut. Schließlich führte Prof. em. Dr. Volker Stolle, Mannheim, in ein Buchprojekt über Friedrich August Kahnis ein. Kahnis war Zeitgenosse und teils Weggefährte von Delitzsch, ging aber anders als dieser den Weg in die altlutherische Kirche. Das Wirken dieses Systematikers und Kirchenhistorikers, der in Breslau, Leipzig und Erlangen wirkte, ist bisher weitgehend unerforscht.
Eine Besonderheit des diesmaligen Forschungskolloquiums stellte der Besuch der Verlegerin Dr. Reinhilde Ruprecht von der Edition Ruprecht dar, die ihr Programm vorstellte, auf die Zusammenarbeit mit der SELK hinwies und einlud, über eine Veröffentlichung künftiger Projekte in ihrem Verlag nachzudenken.
Das Kolloquium trifft sich das nächste Mal Anfang Juli in Oberursel will ein offenes Forum aller theologischer Disziplinen bieten, wobei sich die Vortragenden im Kontext lutherischer Theologie und Kirche beheimatet fühlen.
